WASH
Worum geht es bei dieser Präsentation?
WASH (Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene) ist heutzutage eines der wichtigsten Themen, wenn es um die Verbesserung des Lebens- und Gesundheitsstandards eines großen Teils der Weltbevölkerung geht. Es steht in direktem Zusammenhang mit dem Thema Bauen – ohne den Bau zahlreicher neuer Infrastrukturen kann man die allgemeine Sanitärsituation nicht verbessern. Es ist ein Thema, das viele Herausforderungen, aber auch viele Chancen mit sich bringt.
Nach einer allgemeinen Einführung in das Thema und einer Erläuterung, warum WASH so wichtig ist, folgt ein Überblick über verschiedene frei verfügbare Ressourcen, die weitere Einblicke in die Problematik geben können. Der Schwerpunkt der Präsentation liegt auf der Darstellung verschiedener Möglichkeiten, wie Toiletten und die Entsorgung von Fäkalien und Urin geplant werden können, die in erster Linie davon abhängen, ob fließendes Wasser vorhanden ist oder nicht, aber auch von vielen anderen Faktoren (Akzeptanz, Wartung, Nachhaltigkeit, Budget, Kapazität usw.).
Die Präsentation schließt mit verschiedenen Möglichkeiten, wie WASH dazu beitragen kann, Veränderungen beim Thema Nachhaltigkeit einzuleiten.
Präsentiert von We-Building e.V.
Dauer 28 Minuten, Untertitel DE, EN, ES, FR
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Transkript
WASH, das heißt Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene, ist ein Thema, das in der Entwicklungszusammenarbeit schon immer von großer Bedeutung war. Das gilt vor allem in der heutigen Zeit, in der viele Länder der Welt in der Regel die Ärmsten mit einem enormen Bevölkerungswachstum und den Folgen der globalen Erwärmung zu kämpfen haben. Das ist eine normale Weltkarte und das ist eine verzehrte Weltkarte, auf der die Größe des Gebiets den Anteil der Menschen zeigt, die im Jahr 2015 keinen Zugang zu sanitären Grundversorgung hatten.
Sie basiert auf den Daten der Weltgesundheitsorganisation. Eine weitere World Health Organization Karte zeigt die Bevölkerung, die sicher verwaltete sanitäre Einrichtungen nutzt. Sie sind definiert als verbesserte sanitäre Einrichtungen, die nicht mit anderen Haushalten geteilt werden und in denen die Ausscheidungen sicher vor Ort entsorgt oder außerhalb des Ortes transportiert und behandelt werden. Es ist offensichtlich, dass das Fehlen normaler sanitärer Einrichtungen zu verschiedenen Krankheiten führt und die Sterblichkeitsrate ganzer Gemeinschaften beeinflusst. Besonders gefährdet sind kleine Kinder und die Konsequenzen sind nicht reparabel. Trotz alledem hat sie bei der Planung verschiedener Baumaßnahmen oft keine Priorität.
Natürlich sind Toiletten immer vorgesehen, aber sie kommen oft ganz zum Schluss und werden ohne große Überlegungen und mit dem verbleibenden Budget gebaut. Es ist wichtig daran zu denken, dass öffentliche Gebäude wie Schulen, Kliniken und Gemeindezentren sehr oft die einzigen Gebäude sind, die über angemessene sanitäre Einrichtungen verfügen. Wenn dies berücksichtigt wird, können sie vielleicht so gestaltet werden, dass sie von einer größeren Anzahl von Gemeindemitgliedern genutzt werden können. In diesem Sinne sind wir als Organisationen, die an der Durchführung verschiedener Entwicklungsprojekte beteiligt sind, in der Lage, die allgemeine sanitäre Situation auf verschiedene Weise zu verbessern.
WASH ist der Bereich mit einer großen Anzahl von sehr zugänglichen Ressourcen, wo man eine bessere Vorstellung von allen verwandten Themen und einen Überblick über jede verwendete Technologie erhalten kann. Die German Toilet Organization mit Sitz in Berlin ist ein Verein, der 2005 gegründet wurde und WASH als Hauptthema hat. Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit organisieren sie 1-2 Mal pro Jahr verschiedene Fortbildungen zur Umsetzung alternativer und nachhaltiger WASH-Lösungen. Verschiedene Ressourcen oder Links sind auf der Webseite zu finden.
Es gibt verschiedene Websites, die wie Informationszentren funktionieren und verschiedene Technologien, Beispiele aus dem wirklichen Leben, Planungshilfen, Toolboxen und ähnliches vorstellen. Sie sind tolle Informationsquellen, aber man muss genau wissen, wonach man sucht, sonst ist man als Laie vielleicht etwas überfordert. In diesem Sinne ist ein viel besseres und einfacheres Ressource das Emergency WASH Wissensportal, das derzeit in fünf Sprachen verfügbar ist. Leider gibt es im Moment keine deutsche Version.
Das Thema sind Notsituationen aber wenn man die Budgets vieler Entwicklungszusammenarbeit Projekte betrachtet, sind die Herausforderungen und Lösungen sehr ähnlich, sodass es perfekt anwendbar ist. Es ist in drei Teile unterteilt, die sich mit Wasserversorgung, Sanitärtechnologien und Hygieneförderung befassen. Dieser letzte Teil ist sehr interessant, da er im Grunde das erste ist, was man tun sollte. Planen, wie man kleine oder große WASH-Projekte umsetzt, vor allem wenn es sich um etwas handelt, das neu ist und sich von der üblichen Praxis unterscheidet.
Dieser Teil ist in verschiedene Abschnitte unterteilt, denen es um Themen wie Bewertungen, Engagement der Gemeinschaft, Kommunikation, Planung, verschiedene soziale Komponenten und Evaluierungen geht. Darüber hinaus gibt es auch viele Instrumente und Methoden, die man zur Hygieneförderung und zur Anregung von Diskussionen einsetzen kann. Der zweite Teil gibt einen Überblick über verschiedene Sanitärtechnologien und ist in unserem Fall der nützlichste. Es ist ein guter Ausgangspunkt, um sich einen tieferen Überblick über alle möglichen Lösungen zu verschaffen. Themen wie Benutzeroberfläche, Sammlung oder Lagerung, Entleerungsmethoden, Behandlung und Verwendung oder Entsorgung.
Jeder einzelne Teil hat eine klare Auflistung aller Vor- und Nachteile, sodass man leicht zwischen verschiedenen Alternativen vergleichen und entscheiden kann, was am besten passt. Alles ist so geschrieben, dass es für jeden leicht zu verstehen ist. Der letzte Teil befasst sich mit verschiedenen Wasserversorgungstechnologien und damit, wie Wasser aufgefangen werden kann. Er ist nützlich, wenn Wasserinfrastrukturprojekte durchgeführt werden, aber bei den meisten Projekten stehen beim Bau von Gebäuden in der Regel nur drei Optionen zur Auswahl.
Bohrlöcher mit Pumpen, die Verwendung von Wasser aus Wassertanks, die Regenwasser auffangen oder von Wasserwagen befüllt werden oder viel seltener der Anschluss an ein zuverlässiges öffentliches Netz. Eine weitere hervorragende Ressource ist die Sustainable Sanitation Alliance, kurz SuSanA. Es gibt eine unendliche Menge an Informationen aus der ganzen Welt, die alle open source sind, freizugänglich und ständig aktualisiert werden. Wenn man ein Projekt in einem bestimmten Land durchführt, das sich mit einem WASH-Thema befasst, sollte dies die erste Anlaufstelle sein.
Ein allgemeiner Überblick über einige länderspezifische Bedingungen kann ein viel klareres Bild davon vermitteln, was möglich ist. Es gibt viele Materialien, aber einige davon sind besonders erwähnenswert. Eine riesige Fotosammlung von verschiedenen Sanitärprojekten, die im Rahmen der EZ durchgeführt wurden. Die guten und schlechten Beispiele, bei denen man all die Zeichnungen und Diagramme mit dem realen Leben in Verbindung bringen kann. Viele der Fotos, die wir in dieser Videopräsentation verwenden, stammen aus ihrer Bibliothek. Es gibt auch ein aktives Forum, in dem verschiedene Themen diskutiert werden.
Man kann Fragen stellen, aber im Grunde genommen ist dort schon alles irgendwo beantwortet gewesen. Die wichtigsten Ansätze und Möglichkeiten von WASH haben sich seit Jahrzehnten nicht wirklich verändert. Und schließlich finden sich hier noch verschiedene Fallstudien und wissenschaftliche Artikel. Hier kann man gut sehen, welche Technologien in einzelnen Ländern vorhanden sind. In Kenia zum Beispiel sind Trenntoiletten sehr verbreitet, in Ghana sind Biofil-Sickergrubn inzwischen fast Standard und in Nepal können die meisten Baufirmen eine Biogasanlage bauen.
In einigen Ländern ist keiner dieser Lösungen üblich und erfordert viel mehr Arbeit und Recherche. Schauen wir uns an was man beachten sollte, wenn das Thema Toilettenanlagen aufkommt. Toiletten sind ein zentraler Bestandteil des täglichen Lebens und haben eine große Bedeutung. Jeder benutzt sie viele Male am Tag. Es liegt in unserem Interesse, sie sauber und ordentlich zu halten. Dieses Foto, eine Haushalts-Trenntoilette in Kenia, zeigt das sehr gut. Natürlich sehen die öffentlichen Toiletten immer viel schlimmer aus, aber das ist ein anderes Thema.
Bei der Planung sind in erster Linie die örtlichen Gegebenheiten und mögliche kulturelle Unterschiede zu berücksichtigen. Sie sind von Land zu Land verschieden und sollten immer besprochen werden. Dazu gehört zum Beispiel die Frage, wie nah die Toiletten an anderen Gebäuden liegen, wie die Aufteilung zwischen Männer- und Frauentoiletten erfolgt usw. Ein weltweites Problem ist die Instandhaltung solcher Anlagen, unabhängig von kulturellen Gegebenheiten und der Art und Weise, wie die Instandhaltung wahrgenommen wird.
Wenn es um eine dunkle öffentliche Toilette handelt, ist plötzlich niemand mehr dafür verantwortlich und die ohnehin schon schlecht aussehende Sanitäranlagen verfallen sehr schnell in einen noch schlechteren Zustand. Es hilft, wenn die Toiletten so gestaltet sind, dass sie schön aussehen, wie in diesen Beispielen. Man braucht nichts besonderes, ein bisschen Farbe, ein paar schöne Fliesen und so viel natürliches Licht wie möglich. Die Anfangsinvestition mag etwas höher sein, aber wenn etwas gut aussieht, ist die Wahrscheinlichkeit viel größer, dass es von den Nutzern über einen längeren Zeitraum in diesem Zustand gehalten wird.
Die Positionierung von Sanitäranlagen in Bezug auf andere Gebäude ist wichtig, und zwar aus einem sehr praktischen Geischtspunkt; die Toiletten stinken fast immer. Wenn es sich nicht gerade um Toiletten mit Wasserspülung handelt, bei denen kein Wassermangel herrscht, sollte man immer auf der sicheren Seite sein und die Toiletten ein wenig weiter weg aufstellen. In diesem Fall wurde die Veränderung, nämlich die Verlegung der Toiletten weiter weg, von Direktor der örtlichen NGO initiiert.
Er wusste sehr wohl, dass in der Trockenzeit mit Wasserknappheit zu rechnen ist, was bedeutet, dass kein Wasser zum Spülen zur Verfügung steht und ein schlechter Geruch sehr wahrscheinlich ist. In diesem Beispiel aus Uganda wurde eindeutig gefordert, dass die Toiletten nicht nur soweit wie möglich von den anderen Gebäuden des Komplexes entfernt sein sollten, sondern dass eine klare Trennung und ein deutlicher Abstand zwischen Jungen und Mädchentoiletten vorhanden sein sollte.
Die Berücksichtigung der Menstruationshygiene ist vor allem bei der Gestaltung von Schultoiletten von großer Bedeutung, dass sie sich direkt auf die Zahl der Mädchen auswirkt, die die Schule besuchen. Es müssen sichere und saubere Räume vorhanden sein. Hier ist ein Vorentwurf für ein Toilettengebäude, das nur für Schülerinnen gedacht ist. Es besteht aus Urinalkabinen, einer Dusche und Bereichen zum Händewaschen. Das Wasser wird auf dem Dach gesammelt und der Raum ist so konzipiert, dass er gut belüftet ist, viel Licht hat und sauber und geruchsfrei ist.
Auf diese Weise dient er auch als sicherer Raum, den Mädchen nutzen können. Die regulären Latrinen die schmutziger sind und stinken, befinden sich woanders. Und schließlich sollte man immer darauf achten, wie die Toiletten in Bezug auf Trinkwasserquellen auf dem Grundstück aufgestellt werden, um eine Kontaminierung zu vermeiden. Viele Toiletten haben keine richtige Klärgrube oder wenn doch dann mit offenem Boden, durch den die verschiedenen Mikroorganismen und Bakterien in das Grundwasser eindringen können. Aus diesem Grund muss laut verschiedenen Handböchern ein Abstand von mindestens 15m zwischen dem Abwasser und der Wasserquelle eingehalten werden.
Im geneigten Gelände sollten die Toiletten idealerweise niedriger liegen als die Brunnen und der Boden einer Abwassergrube sollte mindestens 1,5 Meter über dem Grundwasserspiegel liegen. Der genaue Mindestabstand hängt von der Bodennaht und anderen Faktoren ab. Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten die Toiletten zu planen, mit oder ohne Wasser. Mit Wasser bedeutet, dass es sich um eine Art Toilette mit Wasserspülung handelt. Die Toilette ist entweder an eine Wasserquelle angeschlossen, öffentliches Netz oder Wassertanks mit Pumpen oder die Spülung erfolgt mit Eimern.
Der entscheidende Teil ist der S-förmige Siphon, das dafür sorgt, dass das Wasser den Geruch aus der Klärgrube blockiert. Bei diesen Toiletten kann es sich entweder um Sitztoiletten oder um Hocktoiletten handeln, die es in unzähligen Formen und Ausführungen gibt. Wenn es eine Toilette gibt, die mit Wasser gespült wird, muss es eine ziemlich große Klärgrube geben. In der Regel eine mit zwei oder drei Kammern die die Flüssigkeit filtert und sie als Grauwasser in den Boden abgibt, während der Klärschlamm in der Grube bleibt.
Die Klärgruben werden unterirdisch gebaut, wobei herkömmliche Materialien wie verschiedene Blöcke und Beton verwendet werden. Sie haben immer einen Zugangsschacht, durch den sie dann in verschiedenen Intervallen geleert werden, je nach Größe und Anzahl der Nutzer. Die Entleerung erfolgt mit speziellen Geräten, die den Schlamm in kleine Zisternen pumpen. Der Schlamm wird dann im Idealfall auf verschiedene Deponien gebracht und dort entsorgt. Eine Alternative, die sich bei kleineren Toilettenanlagen anbietet, wäre ein Doppelgrubensystem, bei dem die zweite Grube benutzt wird, sobald die eine Grube voll ist.
In der Zwischenzeit sickert das Wasser langsam in den Boden und sobald die Feststoffe getrocknet sind, können sie leicht manuell entfernt werden. Es besteht ein höheres Risiko der Grundwasserkontamination, aber es ist eine billige, technisch einfache und dauerhafte Lösung. Bei der Biogasanlage handelt es sich um eine anaerobische Behandlungstechnologie, bei der ein Gärschlamm entsteht, der als Düngermittel verwendet werden kann, sowie Biogas. Biogas ist eine gängige Bezeichnung für ein Gasgemisch, das hauptsächlich aus Methan und Kohlendioxid besteht. Es kann aufgefangen und als Brennstoff, wie Propan zum Beispiel, verbrannt werden.
Hier sieht man einige technische Zeichnungen und Schnitte, die zeigen, wie eine Mini-Biogasanlage aussieht. Sie hat zwei Kammern, eine ist der Fermenter und die andere ist der Auslass. Sie ist immer unterirdisch gebaut, so dass man sie nach Abschluss der Bauarbeiten kaum bemerkt, abgesehen von einem Gasrohr, das herausragt. Wie man sieht, handelt es sich um eine komplexe Konstruktion, die ordnungsgemäß ausgeführt werden muss. Sie erfordert auch eine bestimmte Investition, die vom jeweiligen Land abhängt und davon, wie verbreitet diese Technologie ist.
In Nepal ist es Standard, in Nigeria beispielsweise kann es gemacht werden, aber es kann dreimal mehr kosten und die Qualität ist sehr wahrscheinlich viel schlechter. So sieht der übliche Bauprozess bei einem Beispiel für eine Haushalts-Biogasanlage in Afghanistan aus. Es beginnt mit einem Loch im Boden und ein Fundament. Danach wird die erste Kammer mit hoher Präzision errichtet, da sie perfekt rund sein muss. Die verwendeten Materialien sind Ziegel und Mörtel. Der obere Teil ist kuppelförmig, damit die Kammer dem hohen Druck besser standhalten kann.
Die Behälter müssen sehr dicht verschlossen werden, um ein Entweichen des Gases zu verhindern. Danach wird die Expansionskammer gebaut, die den überschüssigen Schlamm aus der Hauptkammer abfließen lässt und so den Gesamtluftdruck kontrolliert. Eine weitere Alternative, die in einigen Ländern eingesetzt werden kann, sind die wohnbasierten Toiletten oder ähnliche Konzepte mit Makro- oder Mikroorganismen. In Ghana sind sie unter dem Namen Biofil recht weit verbreitet. Grundlegendes Arbeitsprinzip ist die Trennung von Urin und Fäkalien und die Verwendung von aerober Zersetzung und Makroorganismen zur Verarbeitung aller organischen abbaubaren Stoffe.
Unabhängig von der Art und Weise, die Fäkalien abgebaut werden, verfügen sie alle über eine Dränschicht und einen offenen Boden, durch den die Flüssigkeiten in die Erde entweichen können. Verschiedene Untersuchungen und Studien zeigen, dass je nach Boden 80-90% der Schadstoffe innerhalb von 1,5m Tiefe entfernt werden. Diese Sickergruben sind viel kleiner, müssen seltener geleert werden und riechen nicht. Ein ähnliches Konzept wird bei der Entsorgung von Grauwasser oder Urin aus den Toiletten angewandt. In der Regel werden diese Flüssigkeiten dann separat in sogenannte Soakaways (oder Sickergruben) geleitet, vor sie durch den Kies in den Boden sickern.
Auf diese Weise sollen die Klärgruben nicht mit zu viel Wasser überlastet werden. Ein großer Teil der Weltbevölkerung hat keinen Zugang zu fließendem Wasser, so dass Trocken-Toiletten die einzige Lösung in solchen Situationen sind. Sie haben in der Regel eine sehr schlechte Konnotation. Toiletten die schmutzig sind, stinken und auseinanderfallen. Aber wie wir sehen werden, ist dies auch ein Bereich, der potenziell die meisten Möglichkeiten bietet. Auch hier ist die Benutzerschnittstelle ähnlich. Es ist wahrscheinlich ein Hockteil-Toilette mit einem Loch im Boden oder in einigen Fällen kann es sogar ein richtiger Sitz mit einem Loch darunter sein.
Die häufigste Option ist eine VIP-Trockentoilette, „Ventilated Improved Pit,“ das heißt ventilierte, verbesserte Grube. Der Name klingt glamouroser als die Toilette selbst. Es handelt sich um ein Loch im Boden mit einem Lüftungsrohr und einem Fliegengitter, die den Improved-Teil ausmachen. Sie sehen immer ungefähr so aus und das hat sich in der ganzen Welt zu einer Art Standard entwickelt. Manchmal werden sie besser gewartet und sehen schöner aus, manchmal aber auch nicht und sie sehen sehr schlecht aus. Es gibt viele verschiedene Arten, wie eine Trockentoilette gebaut werden kann.
In diesem Beispiel wurden normale Hocktoiletten in einem Geschäft gekauft und in die Struktur der Toilettenanlage eingebaut. Diese Elemente können auch selbst gefertigte Betonplatten oder ein einfaches Loch im Boden sein, wie es meistens der Fall ist. Um Gerüche und die Vermehrung von Insekten zu verringern, wird nach jedem Toilettengang ein Becher mit Erde, Asche oder Holzspänen in die Grube gegeben. Die Wände dieser Toiletten können auf sehr provisorische Weise errichtet werden, denn viele Toiletten werden einfach verlassen, wenn die Grube voll ist.
Es ist oft viel einfacher, eine neue Toilette etwas weiter entfernt zu bauen, als sie zu entleeren. Wenn es sich um eine dauerhaftere Struktur handelt, muss die Entleerung der Gruben sehr klar gestaltet sein, wie man an diesem Beispiel eines Latrinenblocks in Burundi sehen kann. Bei kleineren Toiletten sieht der Entleerungsprozess mehr oder weniger so aus. Man bereitet das Notwendige vor und leert dann mit einem Saugwagen den Inhalt der Grube. Oder in manchen Fällen auch so, eine sehr schmutzige und gefährliche Aufgabe.
Es gibt Möglichkeiten, diesen Prozess etwas zu verbessern. Die erste besteht darin, eine Trockentoilette mit zwei Gruben zu verwenden, die je nach Kapazität und Nutzung in Abständen von 6-24 Monaten abwechselnd benutzt werden. Wenn eine Grube voll ist, wird sie geschlossen und die andere benutzt. Das bedeutet oft, dass die gesamte obere Struktur versetzt werden muss. Die volle Grube bleibt geschlossen, damit das Abwasser in den Boden sickern und der Inhalt sich zersetzen kann.
Durch das Wechselsystem wird die Menge des Humus, die aus den Gruben entleert werden muss, verringert und das Endprodukt ist hygienischer zu behandeln. Eine fortgeschrittene Methode sind die Trenntoiletten. Der Urin und die Fäkalien werden getrennt gesammelt. In der Regel werden Toiletten mit zwei Kammern gebaut, die nach dem gleichen Prinzip funktionieren wie das vorherige Beispiel. Die Fäkalien bleiben verschlossen und trocknen über einen bestimmten Zeitraum, in der Regel mindestens 6 Monate.
Der Hauptvorteil dieser Toiletten besteht darin, dass die Fäkalien, wenn nicht mit Urin und anderen Flüssigkeiten vermischt, relativ schnell ausdrucken und viel weniger stinken. Die sagen wir, Benutzeroberfläche ist der komplizierteste Teil. Es gibt ein Loch für Kot und ein Loch für Urin. Und da der häufigste Fall der mit zwei Gruben ist, gibt es ein weiteres Loch, das vollläufig geschlossen ist. Das sind eine Menge Elemente und man muss lernen damit umzugehen. Es gibt Optionen, die viel komfortabler aussehen und bei denen fabrikmäßig hergestellte Urinalableitungstoilette verwendet werden, was eine sehr gute Lösung ist, falls vorhanden. Wenn nicht, gibt es immer noch einige ähnliche, selbstgebaute Optionen. Die Rückseite sieht ähnlich aus wie bei den belüfteten Grubenlatrinen, hat aber meist bessere Lösungen für die Entleerung der Kammern. Es gibt auch Optionen mit Körbern.
Und für die Urinsammlung werden häufig verschiedene Kunststofftanks verwendet, die täglich geleert oder eingesammelt werden müssen, da sie sich schnell füllen. Die derzeitige Situation ist nicht gut, aber sie bietet die Möglichkeit, Änderungen einzuführen. Rechts ist unser normales Sanitätssystem zu sehen. Die menschliche Ausscheidungen werden in die Abwasserohre geleitet und abgeführt. Das löst das Problem auf eine sehr elegante und saubere Weise, das stimmt. Dieses System hängt mit der Funktionsweise unserer Städte und unserer Spültoiletten zusammen. Es ist schwer vorstellbar, dass es irgendwie anders geht.
Auf der linken Seite ist zu sehen, wie eine ökologische Abwasserentsorgung aussehen sollte. Es handelt sich um einen Kreislauf, wobei theoretisch alles recycelt wird. Die gesamte Energie und die Nährstoffe die normalerweise weggeworfen werden, werden wiederverwendet, um unsere Lebensmittel anzubauen, was uns unabhängiger von den verschiedenen Kunstdüngern macht. Vor allem Urin ist sehr reich an Stickstoff, Phosphor und Kalium, die alle Hauptbestandteile verschiedener Düngermittel sind. Alle diese Elemente werden immer knapper und teurer, wenn sie durch verschiedene Standardverfahren wie den Bergbau beschafft werden.
Das ist ein sehr klarer Vergleich zwischen den beiden Systemen, der die Vorteile der ökologischen Abwasserentsorgung zeigt. Ja, dieses System impliziert ein völlig anderes Netzwerk, eine andere Technologie und einen anderen Lebensstil. Es ist auch sehr schwer vorstellbar, wie es so skaliert werden könnte, dass es in verschiedenen städtischen Umgebungen funktioniert. Aber aus unserer Sicht, und das ist die Beteiligung an verschiedenen Projekten die sowieso kein fließendes Wasser haben und bestenfalls Trockentoilette benutzen, ist dies eine große Chance, etwas zu tun.
Hier sind einige Beispiele für einfache und billige Lösungen, die auch ökologisch sein können. Ein Arborloo kann in ländlichen Gebieten eine Option sein, wenn kein Budget aber genügend Platz vorhanden ist. Die Grundidee besteht darin, einfach eine weitere Latrine an einem anderen Ort zu bauen, sobald die Erste voll ist. Und die aufgegebenen Gruben zum Anpflanzen von Bäumen zu nutzen. Diese Toiletten sind einfache Grubenlatrinen mit einfachen Wänden, die Privatsphäre bieten. Wenn die Grube voll ist, wird eine weitere flache, etwa 1m tiefe Grube ausgehoben und die Struktur der Toilette versetzt.
Das ist besonders einfach, wenn sie aus Holz und Stroh gebaut ist. Anschließend kann ein Baum in die Erde gepflanzt werden, dessen Wurzeln in die Grube eindringen, während er wächst. Das ist kein Beispiel dafür, wie die Toiletten in Zukunft aussehen sollten — sie sind offensichtlich unzureichend. Es dient nur als Beispiel für das Prinzip und die potenziellen Vorteile der Umstellung auf eine ökologische Abwasserentsorgung. Von allen Methoden dürfte die Wiederverwendung von Urin einer der am einfachsten umzusetzenden sein, die bei weitem die meisten Vorteile bietet.
Er ist relativ leicht zu sammeln und zu behandeln und im Vergleich zu Fäkalien stellt er ein viel geringeres Infektionsrisiko dar. Urin muss in einem Verhältnis von 1 zu 10 mit Wasser verdunnt sein und kann sofort als Dünger verwendet werden. Zwischen Anwendung und Ernte sollte mindestens ein Monat liegen. Hier sind einige interessante Beispiele für den Einfluss von Urin auf Maiskulturen. Links sind die Beispiele mit Urin als Dünger und rechts nur mit Wasser.
Wenn man die Vorteile bedenkt und wie sehr es die Lebensbedingungen der örtlichen Landwirte und Gemeinden verbessern kann, ist das eine Gelegenheit, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Das ist ein Beispiel für ein Ecosan-Projekt in Burkina Faso, aber es gibt auch Beispiele für Unternehmen, die den Urin von den Haushalten kaufen und ihn später als Dünger weiterverkaufen. Das ist auch eine Geschäftsmöglichkeit. Die gesellschaftliche Akzeptanz ist natürlich eine viel größere Herausforderung als die praktischen Aspekte. Was wird häufiger diskutiert, wenn es um Ecosan geht, die Kompostierung und Wiederverwendung von Fäkalien als Dünger.
Das ist natürlich auch eine potentiell große Quelle für wiederverwendbare Ressourcen, aber wenn wir es realistisch betrachten, ist es offensichtlich ein viel komplizierterer Prozess mit einem noch größeren sozialen Akzeptanzproblem. Wie auf diesen Fotos zu sehen ist, ist es schmutzig, es stinkt, man braucht viel Platz und Logistik. Die getrockneten Fäkalien müssen aus verschiedenen Kammern entleert und dann kompostiert werden. Das bedeutet, dass die Keime zerstört werden müssen und das geschieht nur, wenn über einen längeren Zeitraum Temperaturen von über 60 oder sogar 70 Grad erreicht werden.
Dazu gehören viele Tests, um sicherzustellen, dass der Prozess richtig durchgeführt wird und der Dünger tatsächlich sicher ist. Es lohnt sich auf jeden Fall, etwas im Rahmen verschiedener Wash-Projekte einzuführen, aber nur, wenn die Voraussetzungen dafür gegeben sind. Wenn es um Veränderungen oder Alternativen geht, funktioniert alles auf dem Papier. In der Praxis ist es eine Menge Arbeit. Soziale Akzeptanz ist ein Thema, aber danach muss man lernen, wie man z.B. Trenntoiletten benutzt. Das ist eine der größten Herausforderungen und nicht die Technologie selbst, das darf man nicht vergessen.
Wenn die Kinder in einer Schule die neuen Toiletten nicht benutzen können, werden sie wieder in den Busch gehen und die Situation wird noch schlimmer, trotz der neuen Toiletten. Es ist sehr oft sehr schwierig, etwas Neues einzuführen, vor allem, wenn es etwas komplizierter ist. Daher ist es vielleicht nicht notwendig, voll auf Ecosan anzusetzen. Eine Mittellösung könnte ebenfalls viele Verbesserungen bringen. Abhängig von der Wasseraufnahme uriniert eine durchschnittliche Person etwa 6 Mal am Tag mit einem durchschnittlichen Volumen von 1,5 Litern. Das ist eine Menge Urin.
Wie wäre es, mehr Urinale als eigenständige Gebäude zu errichten? Das ist bei öffentlichen Toiletten üblich, die oft in Toiletten und Urinalen unterteilt sind. Und aus irgendeinem Grund ist es bei typischen Bauprojekten nicht so üblich. Dennoch bietet es viele Vorteile. Im Fall von herkömmlichen Spültoiletten wäre die Urinmenge, die sich mit den Fäkalien vermischt, viel geringer, was die Zeiträume zwischen den Entleerungen der Klärgruben verlängern könnte. Bei Trockentoiletten würde weniger Urin, der sich mit den Fäkalien vermischt, den Geruch reduzieren, die Hygiene verbessern und verschiedene Möglichkeiten zur Urinsammlung schaffen.
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Ein besonderer Dank für die Verwendung von Bildern und Ressourcen geht an die Sustainable Sanitation Alliance, ohne deren umfangreiches Fotoarchiv es nicht möglich gewesen wäre, verschiedene Beispiele für Sanitäranlagen zu präsentieren. Verschiedene Bilder und Grafiken wurden aus der Publikation “Compendium of Sanitation Technologies in Emergencies” übernommen.
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