Grundschule
Koforidua, Ghana
Worum geht es bei dieser Präsentation?
Das zweite Grundschulprojekt von We-Building e.V. in Ghana, dieses Mal in einer städtischen Umgebung in Koforidua. Der gesamte Prozess baut in hohem Maße auf den Erfahrungen des ersten Projekts auf und versucht, das Gelernte umzusetzen, Elemente, die gut funktionierten, zu wiederholen und Teile, die nicht funktionierten, zu ändern.
Der größte Unterschied in diesem Fall ist, dass das Gebäude vollständig in Holzrahmenbauweise errichtet wurde und oberhalb des Fundaments/der Bodenplatte kein Beton verwendet wurde. Dies ermöglichte einen schnelleren Bauprozess. Qualitativ hochwertiges Holz für den Bau ist in Ghana immer noch zu fairen Preisen erhältlich, und dies war ein kleiner Test, um zu sehen, ob eine solche Bauweise für diese Art von öffentlichen Gebäuden sinnvoll ist.
Das Projekt (River of Blessing Academy) besteht aus 6 Klassenräumen und einem Toilettengebäude und wurde in Zusammenarbeit mit der lokalen Organisation ROBF durchgeführt. Es wurde im Jahr 2020 mit einem Gesamtbudget von 76.000 Eur fertiggestellt.
Die geplante Anwesenheit verschiedener Freiwilliger vor Ort, die bei der Überwachung und Dokumentation des Projekts helfen sollten, wurde leider aufgrund von Einschränkungen durch Corona gekürzt. Trotzdem hat alles gut geklappt, dank der regelmäßigen täglichen Kommunikation und der vielen zugesandten Fotos.
Präsentiert von Ivan Rališ / We-Building e.V.
Dauer 35 Minuten, Untertitel DE, EN, ES, FR
- Kleines Grundstück
- Lessons Learned
- Lehmblöcke
- Dachöffnung
- Querlüftung
- Design Build
- Toiletten
- Baubegleitung
- Holzskelettbau
- Sperrholz
- Holz
- Schnelles Bauen
- Klassenzimmer
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Transkript
Die erste persönliche Begegnung mit der Partnerorganisation River of Blessing Foundation hat 2018 während eines unserer Besuche in Ghana stattgefunden. Alles, was dem vorausgegangen ist, war eine zufällige E-Mail, die wir Anfang des Jahres erhalten haben. Darin hat aber die Direktorin der Organisation um unsere Unterstützung für ihr Schulprojekt gebeten, nachdem sie gesehen hat dass wir bereits andere Projekte in Ghana umgesetzt haben. Koforidua war nicht weit entfernt von unserem damaligen Standort, also wir haben wir uns entschieden, die Schule zu besuchen und uns selbst ein Bild zu machen.
Es war eine sehr gut organisierte Schule, die sich in den Raum mit einer Kirche geteilt hat. Aus einer nachhaltigen Perspektive sind diese beiden Nutzungen sehr gut miteinander vereinbar, da die Kirche nur am Wochenende geöffnet ist, wenn die Schule geschlossen bleibt. Unter der Woche wurden Regale, Stühle und Tische hereingebracht, damit der Unterricht standfinden könnte. Eine andere Möglichkeit war es, Unterricht draußen unter Zelten abzuhalten. Beide Situationen waren natürlich nicht ideal, aber sie zeigten viele Initiative und Engagement, um die Schule funktionsfähig zu machen.
Die Schule war in vollem Betrieb und hat mehr Kinder unterrichtet, als sie eigentlich aufnehmen konnte. Es war jedoch deutlich, dass es an geeigneten Klassenräumen gefehlt hat. Wir haben uns ausführlich über den Unterrichtsplan ausgetauscht und erfahren, wie viel Engagement in zusätzliche Aktivitäten gesteckt wurde. Am Ende haben wir definitiv das Gefühl gehabt, dass dies ein Projekt ist, an dem wir unbedingt teilhaben wollten, um so gut wie möglich zu helfen. Unser erstes Projekt als Verein war ebenfalls in Ghana, eine Grundschule im Dorf Damang.
Das Konzept sah einzelne Klassenzimmer vor, die um kleine zentrale Innenhöfe angeordnet waren. Die Umsetzung und das Fundraising haben viel Zeit in Anspruch genommen und in dieser Zeit haben wir intensiv über das Projekt nachgedacht. Für das nächste Projekt haben wir uns entschieden, auf diese Erfahrungen aufzubauen und alles was wir gemacht haben, genau zu analysieren. Beim Damang-Projekt haben wir viel Holz verwendet, vor allem in der Dachkonstruktion. Dabei haben wir festgestellt, dass das verfügbare Holz von sehr höher Qualität war und zu vielen Preisen angeboten wurde.
Deshalb haben wir beschlossen, jetzt noch mehr Holz zu nutzen und die gesamte Tragstruktur ausschließlich aus Holz zu bauen. Auch die Lehmblöcke haben sich sehr funktional erwiesen. Sie haben einen geringeren CO2-Fußabdruck, verbessern das Raumklima, da sie das Gebäude atmen lassen und verleihen den Klassenräumen insgesamt eine angenehmere Ästhetik. Deshalb wollten wir sie weiterhin verwenden. Die Schwenkfenster aus Holz waren auch eine sehr gute Lösung. Die Holzqualität war hoch, sie waren stabil, konnten vollständig geöffnet werden und sorgten für eine gute Querluftung, ohne im geöffneten Zustand zu viel Platz einzunehmen.
Die Entscheidung war, dieses System weiterhin zu verwenden, wenn es möglich wäre. Die Dachöffnung war nach wie vor ein Muss, da dieses Element von allen Designentscheidungen den größten Einfluss auf das Mikroklima des Raums hat. Wir wollten unbedingt eine ähnliche Lösung umsetzen, allerdings mit einer hoffentlich einfacheren Dachkonstruktion als im ersten Projekt. Für den Oberbau haben wir beim Damank-Projekt nicht so viel Beton verwendet, er befand sich hauptsächlich in den Stützen und Unterzügen. Aber für das nächste Projekt haben wir beschlossen zu versuchen, ob wir es eigentlich ohne Beton oberhalb der Bodenplatte schaffen können.
Ein weiteres Element, gegen das wir uns entschieden haben, war die Verwendung von Raffia für die Decken. Obwohl es optisch ansprechend war und vermutlich zur Verbesserung der Raumakustik beigetragen hat, war der Arbeitsaufwand zu hoch. Zudem war es umso schwieriger zu beschaffen, je weiter man in den Norden Ghana geht. Das Projekt soll in einem bereits dicht bebauten Stadtteil von Koforidua realisiert werden, wo die Grundstücke relativ klein sind und keine Erweiterungsmöglichkeiten bestehen. Die Gesamtfläche des Grundstücks betrug etwa 3000 Quadratmeter, wovon nur die Hälfte für den Bau zur Verfügung stand.
Ein bestehender Zaun umschloss das Gelände und es gab bereits zwei Gebäude, die für die aktuellen Vorschul und Schulaktivitäten genutzt wurden. Auf der Ostseite befand sich eine Ruine eines älteren Gebäudes, das abgerissen werden sowie ein kleiner Spielplatz für die Kinder. Unter Berücksichtigung all dieser Faktoren wurde die Entscheidung über die Positionierung des neuen Gebäudes bereits während unseres Besuchs in der ersten Skizze getroffen, die gezeichnet wurde.
Rechts ist der endgültige Entwurf zu sehen mit den zwei bestehenden Gebäuden und der neuen Erweiterung, die soweit südlich auf dem Grundstück positioniert wurde, wie es gesetzlich zulässig war, direkt an der Zaunmauer. Die Idee war, möglichst viel freie Fläche auf dem Grundstück zu lassen, entweder für die zukünftige Bauvorhaben oder als Spielfläche für die Kinder. Das Grundstück war zwar klein, aber dennoch groß genug, um alle Klassenzimmer im Erdgeschoss unterzubringen. Es war ein sehr einfacher Längsgrundriss, nur sechs Klassenräume nebeneinander.
Die Toiletten wurden auf der Rückseite platziert, verborgen von direkter Sicht zwischen dem alten und dem neuen Gebäude, so dass sie für alle leicht erreichbar waren. Hier sind einige der endgültigen Renderings, den Klassenraumblock von beiden Seiten zeigen. Da die Struktur sehr repetitiv ist, wurde entschieden, die Klassenzimmer farblich voneinander zu unterscheiden. Wie bereits erwähnt, wurde besonders viel Aufmerksamkeit auf das Mikroklima und die Luftzirkulation innerhalb der Klassenzimmer gelegt. Fenster auf beiden Seiten ermöglichen eine Querluftung, die Dachöffnung lässt warme Luft entweichen und die Tatsache, dass es keine abgehängte Decke gibt, sorgt für ein deutlich größeres Luftvolumen im Raum.
Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Beziehung zur Zaunmauer. Gesetzlich darf nicht direkt an die Grundstücksgrenze gebaut werden, dadurch entstehen oft zwei bis drei Meter Restfläche hinter dem Gebäude. Dieser Bereich wird häufig für Wassertanks, Baumaterialien oder Abfall genutzt. Wir haben diesen Bereich bewusst in den Entwurf integriert und ihn als teilweise überdachte externe Erweiterung des Klassenzimmers genutzt. Es ist eine Art rückseitiger Garten und jedes Klassenzimmer kann seine Schwenktüren vollständig zu dieser Seite hin öffnen. Aus der Perspektive des Klassenzimmers betrachtet fühlt sich der Bereich mit geöffneten Türen fast wie ein Teil des Raums an.
Dies schafft die Möglichkeit, diesen Außenbereich aktiv zu nutzen und sogar die Zaunmauer sinnvoll einzubeziehen. Die Rückseite ist vor der öffentlichen Sicht geschützt, sodass die Türen komplett geöffnet bleiben können und Luft sowie Licht ungehindert eindringen. Die gesamte Tragstruktur wurde in Holzrahmenbauweise ausgeführt. Hier sieht man eine Simulation, wie es aussehen sollte. Und so sah es in der Realität aus, von den ersten Arbeiten bis zur Fertigstellung.
Die Bauarbeiten haben im Februar 2020 begonnen und waren auf eine Dauer von etwa 5 Monaten angesetzt. Das war etwas kürzer als üblich, da wir die Holzrahmenbauweise geplant haben, die deutlich schneller umzusetzen ist als die konventionelle Betonbauweise. Als erstes wurde das Bestehen der Ruinengebäude abgerissen und eine kleine Toilette für die Bauarbeiter errichtet. Danach konnte das Graben, wie immer der arbeitsintensivste Teil des Baus, beginnen. Das Gelände war überwiegend flach, was die Arbeit erleichtert hat.
Nachdem alle Fundamentgräben ausgehoben waren, wurden die Positionen der Stützen sorgfältig markiert und überprüft, um sicherzustellen, dass sie alle in einer Linie standen. Anschließend wurden die Stahlbewehrungen für die Stützen und Fundamente an ihren jeweiligen Stellen platziert und die erste Betonschicht wurde gegossen. Dies ist immer die Zeit, in der auf einer Baustelle am meisten los ist. Viele Arbeitskräfte transportieren Materialien, mischen Beton und koordinieren verschiedene Aufgaben. Da sich diese Baustelle in der Stadt befand, gab es eine konstante Wasserversorgung, so dass es diesbezüglich keine Verzögerungen gab.
Nachdem die unterste Betonschicht fertig ist, könnte das Mauen der Fundamentwände beginnen. werden fast immer Zementblöcke verwendet, da sie im Vergleich zu anderen Materialien widerstandsfähiger gegen Feuchtigkeit sind. Nachdem der Mauerbau abgeschlossen war, wurde die restliche Fläche mit Erde befüllt und verdichtet. Da die Haupttragsstruktur aus Holz besteht, waren die Stahlstützen Schuhe, die die Holzstützen mit den Fundamenten verbinden, ein wichtiges Detail. Diese sind relativ einfache Bauelemente, hier sieht man eine technische Zeitung, die zeigt, wie sie installiert werden.
Die Schalung wird auf allen Seiten der Stützen angebracht und anschließend wird der Stützenschuh mit der Bewährung der Fundamentstützen verbunden. Danach wird der Beton eingegossen, wobei darauf zu achten ist, dass sich der Stahlteil nicht bewegt und zentriert bleibt. Dieser Vorgang wird dann jede Stütze wiederholt, wobei darauf zu achten ist, dass die Wandlinie gerade bleibt. Nachdem alle Stützenfundamente vorbereitet waren, folgt der nächste Schritt, die Bodenblatt. Zuerst kommt die Abdichtung, im Grunde eine dickere PVC Schicht und dann wird ein Bewährungsnetz darauf gelegt.
Kleine Zementblöcke werden verwendet, um das Netz zu halten, sodass es in der Mitte der Platte landet, wenn der Beton gegossen wird. Sobald alles an seinem Platz ist, kann mit dem Gießen des Betons begonnen werden. Für dieses Projekt wurde eine Stahlbetonplatte mit einer Dicke von 10 cm verwendet. Solche dünnen Betonplatten sind möglich, müssen aber mit Stahl verstärkt werden. Nachdem die Bodenplatte fertig ist, sieht man nur noch die Stahlschuhe herausstehen. Einige andere kleine Details rund um das Haus werden ebenfalls betoniert, in diesem Fall ein kleiner Ringbalken und den Eingang der Veranda.
Aber im Grunde ist von diesem Moment an der größte Teil der nassen Arbeit am Gebäude selbst abgeschlossen und alles was übrig bleibt ist, den Rest des Gebäudes aus den vorgefertigten Teilen zusammenzusetzen. Die holzernen 15 x 15 cm Stützen werden mit den Stahlschuhen durch Bolzen verbunden. Jeder Stütze ist leicht von Boden abgehoben, damit sie nicht mit dem Boden in Berührung kommt. Das verhindert das Kapillareaufsteigen von Wasser von unten und schützt das Holz. Nach und nach werden alle Stützen befestigt. Alles geht sehr schnell.
Zur gleichen Zeit wurde das Holz für die Dachkonstruktion auf die Baustelle geliefert und die Zimmerleute beginnen mit dem Zusammenbau der Holzbinder. Die Holzbinder wurden vorab komplett am Boden zusammengesetzt und später als gesamte Elemente hochgehoben. Üblicherweise erfolgt die Verbindung der Holzbauteile mit Nägeln. Da das Gesamt-Tragsystem ein Holzrahmen ist, ist die Konstruktion der diagonalen Verstrebungen sehr wichtig, um das gesamte Gebäude horizontal zu stabilisieren. In einem typischen Betongebäude übernehmen die Wände diese Aufgabe, aber im Falle einer Rahmenkonstruktion sind Elemente wie diese notwendig.
Die Elemente haben den gleichen Querschnitt wie die Stützen selbst, also 15 x 15 cm. Sobald die Basis stabil ist, können die Holzbinder darauf gehoben werden. Zunächst werden sie mit anderen Elementen stabilisiert, aber schließlich werden sie durcheinander durch 10 cm hohe Traglatten verbunden, die auch das Blechdach tragen werden. Die gesamte überirdische Aufbauarbeit von den ersten Holzstützen bis zum Aufrichten aller Holzbinder dauerte nur vier Wochen.
An einem sonnigen Tag wirkt die fertige Holzkonstruktion besonders eindrucksvoll, mit vielen interessanten Schattenspielen. Es war fast schade, dass sie bald fast vollständig verdeckt sein würde. Der nächste Bauabschnitt war die Schalldämmung des Dachs, die begann während das Gebäude noch vollständig offen war. Zunächst wurden Moskitonetze verwendet, um die gesamte Oberseite des Dachs zu bedecken. Anschließend wurden die Holzspäne in grossen Säcken zur Baustelle gebracht und auf die ersten Netzschichten verteilt. Danach wurde eine zweite Netzschicht darüber gelegt, um alles von oben zu verschließen.
Falls jedoch Regen vorhergesagt wurde, wurde das Dach vorübergehend mit einer Plastikfolie abgedeckt, um die Holzspäne vor Feuchtigkeit zu schützen. So sah die Konstruktion von unten aus. Der nächste Schritt sind die Dachblecher, die oben drauf kommen und mit speziellen Schrauben in der Tragladung verbunden werden. Aufgrund der relativ einfachen Dachform war diese Eindeckung innerhalb weniger Tage erledigt. Die komplizierteren Elemente waren die sechs Dachhäuser, die eine Menge Anpassung der Metallelemente erforderten, sodass dieser Teil etwas länger dauert.
Auch einige Außenwände wurden ebenfalls mit Metall verkleidet, in besonders die Außenseiten der Holzbinder, da dies die einfachste Lösung war. Als nächstes folgte die Sperrholzphase. Zunächst musste die gesamte Decke mit Sperrholz verkleidet werden. Diese Schicht verschloss die mit Holzspänen gefüllten Moskitonetze von unten und bildete eine Art schalldämmendes Sandwich. Gleichzeitig hatte sie eine wichtige statische Funktion, da viele Teile der Decke auch dazu dienten, die Dachkonstruktion zu verbinden und zu stabilisieren. Die Abschnitte mit den Holzkreuzverstrebungen wurden beidseitig mit dicken Sperrholz geschlossen, sodass sie funktional wie massive Wände wirkten.
Auf den ersten Blick wirkte diese Phase sehr arbeitsintensiv, da überall Platten verteilt lagen. Doch da die Arbeit im Wesentlichen nur aus Zuschneiden und Nageln bestand, dauerte es tatsächlich nur drei Wochen, bis das gesamte Gebäude mit Sperrholz verkleidet war. Auch die dreieckigen Giebelflächen des Dachs zwischen den Klassenzimmern erhielten eine ähnliche Behandlung. Beide Seiten wurden mit Sperrholz verschlossen, um eine vollständige Trennung zwischen den Räumen zu schaffen Gleichzeitig wurden auch die Trennwände mit den stabilisierten, gepressten Erdblöcken errichtet.
Im Vergleich zur üblichen Lösung mit Zementblöcken funktionierte dieses Material besser im Kontakt mit Holz und musste nicht verputzt werden. Zudem verlier es den fertigen Klassenzimmern eine natürlichere Optik. Diese Erdblockwände hatten keine tragende Funktion, aber da sie frei in Raum stehen und nicht von anderen Wänden umschlossen sind, mussten sie am Boden befestigt und an bestimmten Abständen mit vertikalen Bewährungsstäben verstärkt werden. Die Anzahl dieser Wände war relativ gering im Vergleich zu unserem vorherigen Projekt, bei dem alle Wände mit CSE-Blöcken ausgeführt wurden.
Wie man erkennen kann, war die Qualität der hier verwendeten Blöcke deutlich schlechter als zuvor, viele Ecken waren abgebrochen. Auf der Eingangsseite der Schule wurde nur die Brüstung mit den Erdblöcken errichtet. Um sie zu stabilisieren, wird am oberen Ende eine andere Art von Hohlblockstein verwendet. Darin werden Stahlstäbe eingelegt und dann mit Beton überdeckt. Auf diese Weise wird ein kleiner Ringbalken geformt. Da normales Sperrholz nicht wirklich wasserfest ist und bei Regen nicht sehr lange halten würde, wurden im Außenbereich stattdessen hochwertigere und teurere Marinsperrholzplatten verwendet, die aus hochwertigen Holz- und wasserfestem Leim bestehen. Diese Platten sind wasserbeständig, insbesondere wenn sie zusätzlich lackiert sind. Die Arbeit geht weiter und nun sind alle, auch die komplizierten Stellen, mit Sperrholzplatten verschlossen.
So sehen die Trennwände zwischen den Klassenräumen aus, über wo sie gestrichen wurden. Und dann begannen die Vorbereitungen für die Malerarbeiten. Die Idee war es einfach zu halten und alle Holzteile oberhalb der Wandniveaus weiß zu streichen. Die Schwenkfenster und Türen kommen auf der Baustelle an und werden schnell eingebaut. Die kleineren Fenster an der Eingangsseite und die größeren Türen auf der Rückseite, die sich vollständig öffnen lassen. Es war sofort klar, dass die geschaffene Möglichkeit durch die Klassenzimmer bis zur Zaunmauer zu schauen, eine sehr effektive Designentscheidung war.
Die Dachöffnung erhielt ebenfalls feste, hölzerne Fensterläden, um das Eintreten des Regens zu verhindern. Das war zwar ein bisschen schade, weil dadurch viel natürliches Licht blockiert wurde, aber es gab keine andere Möglichkeit es zu machen. Wichtig war, dass die Luft durchströmen konnte. Die Lehmblöcke wurden mit einem speziellen Anstrich versehen und die Fenster mit einem transparenten Lack. Und so sah es am Ende aus.
Das einzige, was noch fehlte, war etwas mehr Farbe auf den Marinsperrholzplatten, die so bemalt wurden, dass jedes Klassenzimmer eine eigene Farbe bekam. Die Sperrholzwänder in den Klassenzimmern wurden mit Kreidetafelfarbe gestrichen, so dass sie als Schultafeln verwendet werden konnten. Der letzte Teil war das Anbringen der Regenrinnen und deren Anschluss an der Wassertank, der an den beiden kürzeren Seiten des Gebäudes positioniert werden sollte. Auf diese Weise wird Regenwasser aufgefangen, das zum Händewaschen, Gießen von Pflanzen oder ähnlichem verwendet werden kann.
Hier sind einige Fotos direkt nach der Fertigstellung. Da der Bau während der Corona-Zeit stattgefunden hat, hatten wir bis heute keine Gelegenheit die Schule zu besuchen, so dass unser Fotoarchiv recht begrenzt ist, insbesondere was Innenaufnahmen betrifft. Einige Monate nach der Fertigstellung haben wir ein sehr schönes Video von Robateam erhalten, in dem man sehen kann wie das Gebäude genutzt wird, wie es eingerichtet ist und wie der Raum im Schulalltag tatsächlich funktioniert.
Unser Plan war, wieder ein oder zwei Freiwillige für die gesamte Projektdauer vor Ort zu haben, um den Bau zu bewachen und als Verbindung zwischen den Bauunternehmern, der Schulleitung und uns den Architekten, die für den Entwurf verantwortlich waren, zu dienen. Alles begann wie geplant im Februar 2020 mit den Aushub bearbeiten und dem Materialeinkauf. Aber dann traten die ersten gemeldeten Fälle von Covid in Ghana auf und da die Grenzen sollten, mussten wir abreisen und konnten während der gesamten Bauzeit nicht mehr zurückkehren.
Die Bauarbeiten wurden trotz aller Einschränkungen durch die Corona mehr oder weniger ununterbrochen fortgesetzt. Hier haben uns unsere Erfahrungen aus dem ersten Projekt und die gute Zusammenarbeit mit derselben Baufirma gerettet. Die Schulleiterin aber hat die Verantwortung für das Fotografieren übernommen und hat uns täglich über den Stand der Dinge informiert. Gleichzeitig waren wir über WhatsApp ständig mit der Baufirma und ihrem Hauptingenieur in Kontakt.
Ein weiterer entscheidender Vorteil in dieser Situation war, dass wir eine sehr detaillierte Ausführungsplanung erstellt hatten, in der die meisten Details bereits gezeichnet und komplizierte Konstruktionselemente vorab durchdacht wurden. Hier zum Beispiel eine detaillierte Stück für Stück Darstellung, wie ein Dachbinder aus verschiedenen Holzteilen zusammengesetzt werden soll. Doch immer wenn wir das Gefühl hatten, dass es zusätzlichen Erklärungsbedarf gab oder wenn der Ingenieur Fragen hatte, schickten wir schnelle Skizzen, um die Situation zu klären. Dabei ging es oft um verschiedene Holz- und Sperrholzdetails.
Wie man sehen kann, ging es meist darum, bestimmte Entwurfsentscheidungen zu klären. Da wir nicht auf der Baustelle anwesend waren, wurden alle endgültigen Ausführungsentscheidungen der Baufirma überlassen. Der andere Teil unserer Kommunikation bestand darin, verschiedenen Optionen zu wählen, die uns angeboten wurden, sei es bei den gepressten Erdblöcken, den Fahrbahnstrichen oder den Keramikfliesen. Die Umstände haben uns gezwungen, weniger einzugreifen und wir haben gelernt, dass das völlig in Ordnung ist und zu guten Ergebnissen führen kann.
Beim fertigen Gebäude gab es natürlich einige Fehler, die mit einer intensiveren Überwachung vermeidbar gewesen wären. Gleichzeitig sind aber auch viele Aspekte besser umgesetzt worden, als wir es erwartet hatten. Und es gab zahlreiche kleine positive Anpassungen und Vorschläge, die direkt von der Baufirma initiiert wurden. Alles in allem war es eine wertvolle Lektion für uns, doch offensichtlich hat es nur funktioniert, weil wir mit einem sehr guten, erfahrenen und flexiblen Bauunternehmen zusammengearbeitet haben, mit dem wir bereits in der Vergangenheit erfolgreich Projekte umgesetzt hatten.
Und hier sind einige weitere Lektionen, die wir im Laufe dieses Projekts gelernt haben. Die Holzskelettbauweise war eine tolle Idee. Es hat genauso funktioniert, wie es geplant war. Die Bauzeit war viel kürzer als bei der klassischen Bauweise mit Beton und Zementblöcken. Und der ursprüngliche Plan, innerhalb von 5 Monaten mit dem Bau fertig zu sein, hat sich als realistisch erwiesen. Die tatsächliche Bauzeit hat sich zwar verlängert, aber das lag hauptsächlich an äußeren Faktoren, in besondere der Corona-Pandemie.
Obwohl die Materialkosten ähnlich waren, war der Bau letztendlich günstiger, da durch die kürzere Bauzeit wenige Arbeitsstunden angefallen sind. Und natürlich ist es eine wesentlich nachhaltigere Bauweise, vorausgesetzt, das verwendete Holz stammt aus legalen Quellen, die nachhaltige Forstwirtschaft fördern. Leider lässt sich das in vielen Fällen nicht mit Sicherheit überprüfen. Da es sich um eine sehr präzise Arbeit handelt, zu der eine gute Logistik bei der Holzbestellung und guten Zimmerleute gehören, hängt das Endergebnis stark von dem Team ab, das den Bau durchführt und wir hatten das Glück, einem sehr gut organisierten Team zusammen zu arbeiten.
Das haben wir bei dem vergangenen Projekt gelernt. Obwohl es sich hier um eine relativ einfache Situation mit überwiegend flachem Gelände handelte, nahmen wir dieses Thema ernster und erarbeiten eine Lösung, um das Wasser vom Gebäudeweg zu leiten. Die Situation wurde analysiert, um herauszufinden, wo das Wasser bei Regen hereinkommt und wo es sich sammelt. Und dann wurde ein Kanal angelegt, der das gesamte Wasser aufhängt und es zu dem Staubbereich auf der Westseite des Grundstücks ableitet.
Im Grunde handelt es sich um einen flachen Graben mit zwei perforierten Rohren am Boden, der mit Kies bedeckt ist. Das Wasser sickert hinunter und fließt in die Rohre. Sobald die Vegetation um sich herum wächst, wirken diese Korridoren wie kleine Fußwege. Natürlich bildet sich dadurch bei Regen viel weniger Schlamm. Beginnend mit diesem Projekt haben wir versucht, eine Regenwasser-Sammlung in alle Projekte an denen wir beteiligt sind, zu integrieren. Es ist eine einfache und billige Methode und es wird immer zusätzliches Wasser benötigt, selbst bei diesem Projekt, das an das öffentliche Netz angeschlossen ist.
Außerdem fällt das Wasser nicht direkt vom Dach herab und sammelt sich um das Gebäude herum, wodurch der Boden erodiert und Schlamm entsteht. Alles was man braucht, ist ein Wassertank, der am meisten kostet, ein einfacher Sockel, damit der Tank nicht direkt auf dem Boden steht und verschiedene Kunststoffrohre, um die Regenrinne anzuschließen. Und so sieht es am Ende aus. Dieses Wasser kann nun einfach zum Händewaschen oder zum Gießen der Pflanzen verwendet werden. Was man definitiv besser hätte machen können, war die Pflasterung außerhalb der Klassenzimmer.
Wir haben uns für die übliche Betonplattenlösung entschieden, dass sie einfach umzusetzen und langlebig ist. Die Oberfläche ist mit einer Hake aufgeraut worden, um sie rutschfester zu machen. Dennoch auch wenn es im Innenbereich kaum Alternativen zu Betonplatten gibt, hätte man im Außenbereich verschiedene Ansätze ausprobieren können, zum Beispiel den Einsatz von Pflastersteinen, hier. Diese enthalten zwar ebenfalls viel Zement, können aber leichter repariert oder sogar entfernt und an anderer Stelle wiederverwendet werden. Auf der Rückseite haben wir nur Vegetation und Kies ohne jegliche Pflasterung gelassen.
Ein weiteres Beispiel für unnötigen Zementverbrauch war die Estrichschicht über der Bodenplatte. Es handelte sich um eine zusätzliche 5 cm dicke Schicht, die auf die Bodenplatte aufgebracht wurde, um die Oberfläche glatter zu machen. Dies hat zwar den Nutzungskomfort der Klassenzimmer verbessert, aber gleichzeitig auch zusätzliche Herausforderungen während der Bauphase mit sich gebracht. Darunter ein höherer Zementverbrauch, kompliziertere Details bei den Türschuhen und zusätzliche zusätzliche Kosten. Der alternative Ansatz, den wir in späteren Projekten umgesetzt haben, war bereits beim Gießen der Bodenplatte sorgfältiger zu arbeiten und die Oberfläche während der Bauphase präziser zu glätten.
Eine der größten Herausforderungen war die unerwartete Situation mit der bestehenden Zaunmauer. Die Bauarbeiten sind wie geplant verlaufen und die Betonsäcke an der Rückseite des Gebäudes sind gerade gegossen worden. Doch plötzlich ist die bestehende Zaunmauer einfach eingestürzt. Die Situation ist schnell analysiert worden und es wurde entschieden, dass fast die gesamte Mauer wegen ihres schlechten Zustands abgerissen werden sollte. Auf den Fotos kann man sehen, dass das Geländeniveau auf der Nachbarseite niedriger war. Das bedeutet, dass erheblicher Erddruck auf die Mauer gewirkt hat, der sie letztendlich zum Einsturz gebracht hat.
Das war natürlich ein erheblicher Rückschlag in Bezug auf Zeit und Budget. Im Grunde alles was durch die schnellere Holzrahmenbauweise eingespart wurde, nun für die Reparatur der Wand ausgegeben. Doch es gab keine andere Möglichkeit und so sind einige schnelle Entwürfe von uns und dem lokalen Ingenieur erstellt worden, um eine Lösung zu finden. Der Teil, in dem das Gelände tiefer lag, wurde komplett rekonstruiert und je nach Zustand der Mauer wurden im Abstand von drei Metern neue Betonstützen eingesetzt.
In diesem Abschnitt ist nur der untere Teil der alten Mauer erhalten geblieben, während der obere Teil zwischen den neuen Stützen neu aufgebaut worden ist. Zunächst wird wie gewohnt, die Stahlbewehrung eingebaut, danach folgen die Blöcke, dann die Schalung und abschließend wird der Beton vor die Stützen gegossen. Am unteren Ende der Mauer sind kleine Öffnungen freigelassen worden, um den Wasserabfluss zu ermöglichen und schließlich die fertige Wand, die verputzt und weiß gestrichen wurde, um als Grundlage für künftige Zeichnungen an der Wand zu dienen.
Die Lektion daraus ist ziemlich einfach. Weniger Wunschdenken. Wenn man in der Nähe bestehende Mauer baut, sollte man immer beide Seiten genau prüfen. Wie die Mauer aufgebaut ist, woraus sie besteht und ob es Höhenunterschiede zwischen den Seiten gibt. Viele Zaunmauern wurden von länger Zeit auf einfache und billige Weise errichtet und verfallen daher mit der Zeit. Bei diesem Projekt haben wir uns viel mehr Mühe bei der Gestaltung des Toilettengebäudes gegeben und überlegt, wie wir es schöner und einladender gestalten können.
Und das kann man auch ganz deutlich sehen. Da es fließendes Wasser gab, war es klar, da es sich um Toiletten mit Wasserspülung handeln würde. Der Bereich zum Händewaschen ist in einem überdachten Außenbereich eingerichtet worden und der Biofil Sickergrube ist in der Mitte positioniert und vor Blicken abgeschirmt. Das Dach hatte viele Öffnungen auf alle Seiten, sodass es gut belüftet werden konnte. Die Türen haben wir in einem kräftigen Orangeton gestrichen und passende Fliesen gefunden, alles mit dem Ziel, das Toilettengebäude optisch ansprechender zu gestalten und dadurch die Motivation für eine gute Instandhaltung zu erhöhen.
Mehr darüber wie der Bau dieser Toilette aussah, kann man im WASH Fallbeispiele Video sehen. Auch in anderen Teilen des Projekts haben wir versucht, mehr Farbe als zuvor einzusetzen, in enger Zusammenarbeit mit der Schulleitung, die an der Farbauswahl beteiligt war. Die Farben verleihen dem Gebäude eine freundlichere Atmosphäre, erleichtern die Orientierung zwischen den Klassenzimmern und fördern ein Gefühl der Beteiligung, da manche gestalterische Entscheidungen auch von den zukünftigen Nutzern selbst getroffen wurden. Nach der Fertigstellung ist auch der Boden dem Klassenzimmer in rot gestrichen worden, was den Raum deutlich aufgewertet und für die Kinder einladender gemacht hat. Das Beste daran war, dass dies allein auf Initiative der Schule geschehen ist. Ein Zeichen dafür, dass sie sich das Projekt vollständig zu eigen gemacht haben.