Entwurf

Worum geht es bei dieser Präsentation?

In diesem Video geben wir einen Überblick über das Thema Entwurf, insbesondere über verschiedene strategische Entscheidungen, die während des Prozesses getroffen werden können. Idealerweise sollte der Entwurfsprozess immer Architekten einbeziehen, aber viele dieser kleinen Optimierungen oder Ergänzungen können auch dann vorgenommen oder zumindest besprochen werden, wenn keine ausreichende fachliche Unterstützung während des Prozesses vorhanden ist.
Das Video ist in mehrere Abschnitte unterteilt, die die folgenden Themen behandeln: Fachliche Unterstützung, Typologie, Lage, Umzäunung, Etagenanzahl, Wandöffnungen, abgehängte Decke, Dachoffnüngen und Aussenraum. Außerdem gibt es einen kurzen Überblick über einige Online-Tools, mit denen man schnell Informationen über Grundstücksgröße und Topografie erhalten kann.

Präsentiert von We-Building e.V.
Dauer 28 Minuten, Untertitel DE, EN, ES, FR

Feedback zur Entwurf-Präsentation

Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
Trifft nicht zu
1
23456789Trifft voll zu
10
Trifft nicht zu
1
23456789Trifft voll zu
10
Trifft nicht zu
1
23456789Trifft voll zu
10
Trifft nicht zu
1
23456789Trifft voll zu
10
Trifft nicht zu
1
23456789Trifft voll zu
10

Weitere Inhalte für angemeldete Nutzer:innen

Transkript
Fachliche Unterstützung

In diesem Abschnitt wird ein Überblick über gängige Designthemen in Projekten gegeben. Um sie zu verstehen und vielleicht sogar in zukünftigen Projekten umzusetzen, sind keine Vorkennnisse in Architektur oder Ingenieurwesen erforderlich. Zunächst sollten realistische Erwartungen festgelegt werden. Geht es um ein einfaches, kostengünstiges Gebäude mit Basisfunktion oder um ein repräsentatives Objekt mit Schwerpunkten wie Nachhaltigkeit, Ästhetik und Mikroklima? Dies entscheidet über die Beachtung verschiedener Designaspekte. Unabhängig von Standard können kleine Entscheidungen große Verbesserungen bewirken, ohne das Budget stark zu belasten.

Sie benötigen jedoch mehr Zeit und Ressourcen in der Planung. Nicht jede Maßnahme ist für jedes Projekt nötig. Auch minimale Änderungen können effektiv sein. Die erste entscheidende Frage. Braucht man überhaupt fachliche Unterstützung? Und ist das machbar? Es scheint eine einfache Antwort zu sein, doch viele Projekte laufen nur über Bauunternehmen, da diese den gesamten Prozess sowie den Entwurf, übernehmen und weniger Beteiligung anderer nötig ist. Viele Projekte nutzen ältere Entwürfe als Basis, indem sie bestehende Pläne geringfügig anpassen oder dieselben Projekte erneut umsetzen.

Es gibt bestimmten Typologien, die üblich sind, meist lange Gebäudeblöcke, die jedoch manchmal zu L oder U-Formen angepasst werden. Beispiel eines einfachen, temporären Gebäudes, das günstig von einem Bauunternehmen erstellt wurde. Diese Visualisierung war die einzige Projektdokumentation und es gab nur einen Gesamtpreis. Gründung auf flacher, dünner Betonbasis nur ca. 30 cm tief. Darauf wurden Wände, Bodenplatte, Metallsäulen und Ziegelwände gebaut, ohne irgendwelche horizontale Stabilisierung. Trotz täglicher Nutzung ist die Sicherheit dieses Gebäudes fraglich. Es ist kein typisches Beispiel, aber zeigt, dass alles möglich ist und man den Prozess stets in Auge behalten sollte.

Die Tatsache, dass jemand viele ähnliche Projekte durchgeführt hat, macht ihn nicht zwangsläufig kompetent. Man könnte versuchen, architektonische Unterstützung für das Projekt auch ehrenamtlich zu finden, einschließlich Hilfe beim Entwurf und Unterstützung während des Bauprozesses sowie Fernüberwachung. Die vielen Online-Architektur-Wettbewerbe für Bildungseinrichtungen im globalen Süden zeigen, dass weltweit zahlreiche Architekten und Architektinnen zu solcher Zusammenarbeit bereit und in der Lage sind, gemeinnützigen Organisationen fachliche Unterstützung zu bieten. Es ist natürlich schwierig, die passende Unterstützung zu finden. Manche Experten sind zu erfahren und haben nicht die notwendige Flexibilität, um mit den unterschiedlichen Durchführungsarten von Projekten in einem Entwicklungszusammenarbeitsprojekt umzugehen.

Einige sind völlig unerfahren und das ist auch nicht gut. Ideal wäre jemand, der bereits früher an solchen Projekten beteiligt war und zumindest etwas Erfahrung vor Ort hat. Es gibt auch verschiedene Beispiele von Projekten, die von bekannten Architekturbüros durchgeführt und in zahlreichen Zeitschriften veröffentlicht wurden, sowie unterschiedliche Design-Build-Projekte, die von Universitäten umgesetzt sind. Solch umfassende Unterstützung ist oft unrealistisch, da sie zeit- und ressourcenintensiv ist. In diesem Video beleuchten wir Entscheidungshilfen, die eine mittlere Lösung bieten können.

Der übliche Grundriss in besonderen öffentlichen Gebäuden wie Schulen ist oft ein längliches Gebäude. Sehr typisch für staatliche Schulen. Wenn man an Schulgebäude denkt, stellt man sich genau dies vor. Diese Bauweise ist unkompliziert und jedes Bauunternehmen kann solche Gebäude fast ohne Baupläne bauen. Es kann jedoch eine verpasste Chance darstellen. Typische Schulgebäude in globalen Süden, besonders im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit, bestehen meist nur aus Klassenzimmern und etwas Bürofläche für Lehrkräfte. Andere Bereiche wie Bibliotheken, Labore, Mehrzweckbereiche oder Turnhallen werden fast nie gebaut, weil die Finanzierung selten vorhanden ist.

Typologie

Dies lässt nur eine Möglichkeit offen, eine Alternative zu diesen sekundären Räumen zu schaffen, nämlich im Außenbereich rund um das Gebäude. Um sowas zu ermöglichen, ist eine längliche Gebäudeform nicht ideal, da ihre Form sehr neutral ist und keine Möglichkeiten bietet, Außenbereiche zu definieren. Das Gebäude steht einfach zentral auf dem Grundstück. Durch Aufteilen in mehrere Segmente mit Freiräumen dazwischen, entsteht eine interessantere Umgebung. Ja, die Baukosten würden leicht steigen und die Planung komplexer wird, aber es würde die Möglichkeit zusätzlicher umschlossener Räume, Höfe und Spielplätze bieten, was die Projektqualität und den nutzbaren Raum verbessern kann. Manche Außenbereiche könnten teilweise überdacht werden, um etwas Schatten zu bieten.

Beim Grundstück und im Baugelände sollte man stets sorgfältig und genau sein, da hier oft Planungsfehler und Missverständnisse entstehen und das berücksichtigt noch nicht einmal die verschiedenen Eigentumsfragen, die auch oft auftreten. Zunächst muss man 100% sicher sein, dass das Grundstück exakt die vorgesehene Größe hat. Am sichersten ist das Grundstück persönlich zu begehen und von Ecke zu Ecke die Abstände zu messen. Die moderne GPS-Technologie auf Mobilgeräten kann diese Aufgabe erleichtern.

Lage

Jedes Projekt sollte auf einem klaren Katasterplan mit eindeutigen Maßen basieren, die man mit der Realität vor Ort vergleicht. Oft stimmen diese Angaben nicht überein. Wenn die Unterschiede gering sind, sind sie von keiner Bedeutung, aber sehr oft tauchen größere Fragen auf, sobald man mit der Überprüfung beginnt. Es gibt viele Online-Tools, die zusätzliche Informationen liefern und helfen können, potentielle Missverständnisse zu vermeiden. Ein einfaches Tool ist Google Maps, zu dem jeder Zugang hat.

Hier kann man sehr leicht die Grundstücksgröße, Seitenlängen und Gesamtfläche überprüfen, solange das Projektgebiet ausreichend per Satellit erfasst ist, was für die meisten Orte zutrifft. Wie man in diesem Video sehen kann, sind es nur ein paar Klicks und alle grundlegenden Informationen sind verfügbar. In städtischen Umgebungen lässt sich die Grundstücksgröße leicht überprüfen, da sie klar durch Nachbarwände markiert ist. Bei abgelegenen und größeren Grundstücken wird es komplizierter.

Mehr Aufwand kann nötig sein, um zu prüfen, ob bestehende Strukturen, Festformationen oder andere Hindernisse die Bauarbeiten beeinträchtigen könnten, denn diese sind in der Regel auf Satellitenbildern oder Katasterplänen nicht sichtbar. Wenn vorhanden helfen Grenzsteine, die die Eckpunkte des Grundstücks markieren. Deren Position sollte jedoch ebenfalls doppelt geprüft werden. Informationen von verschiedenen Mitgliedern der Gemeinschaft insbesondere den Nachbarn einzuholen, ist natürlich auch sehr hilfreich. Sie wissen in der Regel viel mehr, als in den Unterlagen Steht.

Normalerweise ist überall Vegetation. Es ist schwer sich zu orientieren und leicht sich zu verlaufen oder auf ein Nachbargrundstück zu kommen. Deshalb sollte man so weit wie möglich moderne Technologie und das Internet zu helfen nehmen. Ein weiterer wichtiger Aspekt der beim Umhergehen schwer zu erkennen ist und oft täuscht, ist die Geländeneigung.

Geländeneigung

Sehr oft fühlt sich ein mit Vegetation bedecktes Gelände flach an. Selbst bei bis zu 10% Neigung ist eine Einschätzung ohne Vermessung sehr schwer. Man sollte idealerweise parallel zum Hang bauen. Was jedoch oft nicht umgesetzt wird. Wie die Fotos zeigen, ist das Bauen senkrecht zum Hang keine sehr komplizierte Bauweise und bei kleinen Grundstücken oft die einzige Option. Es ist jedoch nicht nötig, wenn vermeidbar. Bei größeren Grundstücken gibt es meist bessere Möglichkeiten zur Gebäudepositionierung, vorausgesetzt man plant frühzeitig. Und so sieht eine Neigung von 10% aus.

Was bedeutet, dass sich die Höhe alle 10 Meter um 1 Meter erhöht. Diese Klassenzimmer sind etwa 7×7 Meter groß. Was bedeutet, dass wenn eine Ecke ebenerdig ist, die gegenüberliegende 1 Meter höher liegt. Diese fordert sorgfältige Planung. Ein weiteres Beispiel ist ein Schulkomplex auf einem stark geneigten Gelände, wo alle Gebäude parallel zum Hang gebaut sind. Jede Höhenlinie zeigt 1 Meter Höhenunterschied, mit insgesamt etwa 8 Metern über das Grundstück. Durch diese Positionierung der Gebäude ist der Zugang zu jedem Objekt einfach. Und das Gelände bzw.

die Pflasterung dient als Weg entlang des Grundstücks. Die Bodenplatten der Klassenzimmer werden ohne Terrassierung auf einer Ebene realisiert. Die genaue Neigung zu kennen ist entscheidend, bevor man irgendwas plant. Vermesser für die Durchführung von Messungen mit den richtigen Instrumenten einzustellen, ist oft aufgrund von Budgetbeschränkungen unmöglich. Besonders in den frühen Phasen des Projekts, wenn es am wichtigsten ist. Eine einfache Methode, die Neigung zu messen, ist die Nutzung eines langen Schlauchs mit Wasser basierend auf dem Prinzip der Wasserwaage, wobei das Wasser stets gleich hoch bleibt.

Mit etwas Trigonometrie lässt sich die Neigung leicht bestimmen. Dieser Vorgang sollte an verschiedenen Grundstücksstellen wiederholt werden. Eine andere, etwas weniger präzise, aber viel einfache Methode, um einen guten Überblick über die Höhen zu bekommen, ist wiederum Google. Diesmal Google Earth Pro, das kostenlos installiert werden kann. Zuerst findet man den Standort auf der Karte und einen Pfad an der gewünschten Stelle und enthält ein Höhenprofil mit genaueren Neigungen und Höhen. Mehrere Pfade können an verschiedenen Stellen des Grundstücks gezeichnet werden, um mehr Informationen zu erhalten.

Wenn man ein Modell des gesamten Geländes erstellen möchte, ist das ebenfalls möglich, aber das Verfahren ist komplexer. Es erfordert die Nutzung einer kostenpflichtigen Version von SketchUp, in der die 3D-Terrain-Daten in das Programm importiert werden können. Das Terrain wird mit Textur importiert, kann in ein festes Objekt umgewandelt und dann in andere CAD-Programme exportiert werden. Dies ist vor allem in der Entwurfsphase sehr nützlich, aber auch für Visualisierungen in späteren Phasen.

Wenn die Geländemodellierung zu komplex erscheint, hier ein viel einfaches Thema, Umzäunung. Jedes Grundstück hat üblicherweise einen Zaun. Jede Eigentümer möchte gerne einen errichten und es wird gewissermaßen erwartet. Es gibt viele Gründe dafür. Sicherheit, Diebstahlschutz, Privatsphäre, Grundstücksgrenzen. Das sind alle triftige Gründe. Die Herausforderung hierbei ist, dass eine ordentliche Zaunmauer kaum weniger kostet als eine herkömmliche Gebäudewand. Die Bauweise ist fast die gleiche. Stabile Fundamente und viele Zementblöcke. Selbst auf einem mittelgroßen Grundstück ist die Länge der Zaunmauer sehr groß und kann eine enorme finanzielle Belastung sein. Alternativen zu bedenken ist daher sinnvoll.

Umzäunung

Ein Beispiel aus Ghana, wo traditionelle Wohnkomplexe oft einem gemeinsamen Hof teilen, wobei die Gebäude auch als Zaun fungieren. Diese Typologie ist sehr flexibel und zusätzliche Gebäude können im Laufe der Zeit hinzugefügt werden. In diesen zwei Projekten für eine Schule und ein Jugendzentrum in Ghana wurde ein ähnliches Prinzip angewendet. Die Klassenzimmer bilden einen Innenhof und der Zaun wird nur zwischen ihnen und nicht um das gesamte Grundstück herumgebaut. Diese Art der Zaungestaltung eignet sich besonders für ländliche Gebiete mit mehr Raum.

Wenn eine klare Abgrenzung des Grundstücks erforderlich ist, lohnt es sich zu prüfen, ob anstelle eine teurere Mauer auch eine weiche Begrenzung mit Pflanzen, Holz, Bambus oder Stein möglich ist. Hier ist ein weiteres einfaches Konzept für eine Schule oder ein ähnliches öffentliches Gebäude, das leicht anwendbar ist. Wir beginnen mit drei nebeneinander liegenden Klassenzimmern. Gegenüber wird ein identisches Gebäude hinzugefügt, das einen Innenhof bildet. Eine kleine Verschiebung verbessert den Zugang und nur ein kleiner Zaunteil wird benötigt, um den Komplex abzuschließen.

Es ist ein sehr flexibles Konzept, das zukünftige Erweiterungen mit minimalen Abrissarbeiten ermöglicht. Dieses Beispiel zeigt sehr gut die Situationen, denen zuerst eine Zaunmauer gebaut wird und die Gebäude erst später folgen. Diese Denkweise ist vielleicht für Privathäuser geeignet, aber wenn es um die Finanzierung im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit geht, ist es oft unmöglich, hunderte von Metern Zaun zu finanzieren. Eine weitere typische Situation, hier zu sehen ist, betrifft die Nähe der Zaunmauern zu den Gebäuden und wie oft diese zu leeren, funktionslosen Räumen werden. Gesetzlich ist meist ein Mindestabstand von zwei bis drei Metern vorgeschrieben, was jedoch oft zu viel ungenutzten Raum führt.

Eine alternative Lösung für den Raum zwischen dem Gebäude und der Zaunmauer bei einem Schulprojekt. Hier ist dieser Raum stattdessen als Erweiterung der Klassenzimmer konzipiert. Es gibt große Pivot-Türen, die sich zu Zaunseite hin öffnen und die Klassenzimmer scheinbar größer machen. Ein großer Dachüberstand der sich über fast 1,5 Meter erstreckt, trägt dazu bei, das Gefühl eines geschlossenen Raums zu vermitteln. So kann man aus etwas, das normalerweise als Restfläche für Wassertanks, Lagerräume und Müll verwendet wird, mit nur wenigen kleinen Anpassungen einen hochwertigen, teilweise überdachten Außenbereich schaffen.

Die ideale Anzahl an Stockwerken eines Gebäudes hängt stark von der Grundstücksgröße und der Gebäudefunktion ab. Hier sind einige Vor und Nachteile. Erdgeschossgebäude sind im Durchschnitt sicherer in Bezug auf Katastrophen, weil die Dachstrukturen leichter sind und eine Evakuierung einfacher ist. Die Umsetzung verschiedener alternativer Bauweisen ist einfacher und bietet mehr Möglichkeiten, ein besseres Mikroklima im Inneren zu erreichen. Erdgeschossige Gebäude können einfacher sein, daher ist es viel leichter auf eine kostengünstigere Weise zu bauen, besonders wenn die Baustandards nicht sehr hoch sind.

Etagenanzahl

Die Räume sind direkt mit der Umgebung und Landschaft verbunden, was den Zugang zum Innenhof und anderen gemeinsamen Außenbereichen erleichtert. Der Außenbereich dient als Eingang und Zugangskorridor. Bei einem mehrstöckigen Gebäude ist natürlich der größte und kleineste Vorteil, dass es weniger Platz auf dem Grundstück beansprucht. In städtischen Gebieten, wo die Grundstückspreise hoch sind und weiter steigen, gibt es nicht viel zu diskutieren, man baut so hoch wie möglich.

Sobald es mehr als eine Etage gibt, ist es notwendig Treppenhäuser oder sogar Rampen für Menschen mit Behinderung zu bauen, sowie einen erheblichen Teil des Raums für Flure zu verwenden. Das ist ein wichtiger Faktor, den man bei der Berechnung der Baukosten pro Quadratmeter nutzbare Fläche berücksichtigen muss. Eine Querlüftung zu erreichen ist viel schwieriger und es ist viel wahrscheinlicher, dass Deckenventilatoren benötigt werden. Die Geschossdecken werden fast immer aus Stahlbeton hergestellt und aufgrund der strukturellen Komplexität wird es eine erhöhte Anzahl anderer Elemente geben, sei es Stützen oder Wände, die aus Beton gebaut werden.

Hier ist ein Beispiel für ein Mehrzweckgebäude, das diese beiden Optionen auf einem ähnlichen räumlichen Konzept erkundet. Ein einfacher Vergleich zeigt, wie das Verhältnis zwischen gebautem und nutzbarem Raum in Gebäuden mit mehr als einem Stockwerk viel ungünstiger ist. Diese Analyse und die Diskussion über die tatsächlichen Anforderungen und die Integration des Gebäudes in seine Umgebung führten zu diesem endgültigen Entwurf. Die Sternform ist sehr flexibel, sodass es nicht notwendig war, die umliegenden Bäume zu fällen.

In einem weiteren Beispiel war der Bau eines zweistockigen Gebäudes notwendig, obwohl ein großes Grundstück zur Verfügung stand. Auf Grund die Jährliche Überschwemmungen, die bis zu 1,5 Meter über den Boden ansteigen, wurde dieses Konzept gewählt. Das Erdgeschoss ist ein hochwasseresistenter Betonunterbau, ohne feste Möblierung, multifunktional und flexibel, verbunden mit dem Außenraum als Gebäudeerweiterung. Das erste Stockwerk, eine erhöhte Holzkonstruktion, dient als Bibliothek. Es ist ein ruhiger Raum zum Lesen, Studieren und Arbeiten, gefüllt mit Büchern und Computern, die vor Überschwemmungen oder Diebstahl geschützt sind.

Es gibt verschiedene Arten von Öffnungen, aber meistens sind die größten Entscheidungen bei der Gestaltung von Fenstern zu treffen. Hier unterscheidet sich die Konzeption natürlich stark, je nachdem, ob es sich um öffentliche Gebäude handelt, die den ganzen Tag über genutzt werden, wie zum Beispiel Schulen oder um private Wohnhäuser oder Wohnheime, in denen man übernachtet. Oder auf die andere Seite, um Gesundheitseinrichtungen und Krankenhäuser, die höhere hygienische Standards erfordern. Unabhängig von der Situation sind die Herausforderungen sehr ähnlich.

Wandöffnungen

Mehr Tageslicht und Belüftung wünscht man sich immer, jedoch ohne erhöhte Wärme mit Schutz vor Diebstahl und Mücken. Es ist nie möglich, alles zu berücksichtigen, daher sollte man die Prioritäten gemäß den spezifischen Projektbedürfnissen setzen. Ein typisches Wohnhausfenster besteht oft aus drei Schichten, einen Moskitonetz Außen, Sicherheitsgitter aus Eisen und Glaslamellenfenster, die Staub und Regen abhalten. Innen angebrachte Gitter bieten beispielsweise guten Schutz, sehen jedoch nicht am besten aus und erschweren das Öffnen der Fenster. Eine gängige Lösung für Glasfenster sind Aluminium-Schiebefenster. Das ist ein sehr einfaches preiswertes Fenster, das weit verbreitet und überall eingesetzt wird.

Leider haben sie einen großen Nachteil. Sie schieben sich, was bedeutet, dass sie niemals vollständig geöffnet werden können. 50% des Fensters bleiben immer geschlossen, was die Lüftungsfläche erheblich reduziert. In Ländern mit heißem Klima, wo Querlüftung essentiell für ein angenehmes Mikroklima ist, stellt dies ein erhebliches Problem dar. Aus diesem Grund sind die Deckenventilatoren in vielen Gebäuden ein fester Bestandteil der Ausstattung. Öffentliche Gebäude wie Schulen bieten mehr Möglichkeiten für alternative Lösungen und bessere klimatische Bedingungen im Inneren, da sie nicht unbedingt für Glasungen benötigen und Moskitonetze normalerweise nicht verwendet werden.

Der Unterricht findet zu Zeiten statt, wenn Mücken nicht aktiv sind und die Haltbarkeit sowie die Wartung von Netzen in den meisten öffentlichen Gebäuden ist nicht realistisch. Hier ist ein Beispiel für Schwenkfenster, die vollständig geöffnet werden können. Klassische Flügelfenster aus Holz sind natürlich eine sehr gute Option, wenn verfügbar und finanzierbar. Üblicherweise werden sie vor Ort von Tischlern angefertigt. Eine weitere kostengünstige und effektive Möglichkeit, Licht und Belüftung einzuführen, besteht darin, Öffnungen in den Ziegelwänden zu lassen, um theoretisch gar keine echten Fenster zu haben.

Abgehängte Decke

Eine abgehängte Decke, ähnlich wie Schiebefenster, ist ein weiteres Element, das oft verwendet wird, obwohl es nicht immer nötig ist. Es ist eine recht gängige Praxis, das Dach zu schließen, um die Dachkonstruktion zu verbergen, die genutzten Räume sauber erwirken zu lassen und die Schalldämmung bei Regen zu verbessern. All dies sind gültige Gründe, doch hat diese Maßnahme einen sehr wichtigen Nachteil. Sie verringert das Luftvolumen in den Räumen. Wenn man die abgehängte Decke mit Schiebefenstern kombiniert, endet man leicht mit Räumen, die ohne Deckenventilatoren gar nicht funktionieren können.

Im Fall dieser Schlafsäle mussten damals Kinder draußen schlafen, wenn kein Strom vorhanden war, da es innen zu heiß war. Manchmal sind die Dachkonstruktionen so groß mit einem hohen Dachneigungswinkel, dass das Luftvolumen des Dachs dem Volumen der Räume darunter entspricht. Hier sind einige Beispiele von Schulen in Uganda, wo der Dachraum offen gehalten wird. Sie wirken alle natürlich viel größer weil sie höher sind. Da die warme Luft nach oben steigt, füllt sie den Raum unter dem Dach und hält den unteren Bereich kühler.

Ein Teil der warmen Luft kann sogar ohne richtige Dachöffnungen nach außen entweichen, da die Dächer fast nie perfekt abgedichtet sind. Hier einige Fotos von typischen Klassenzimmern mit Decken und einer durchschnittlichen Höhe von drei Metern oder weniger. Über das Aussehen kann man streiten, es ist eine Frage des Geschmacks. Aber wenn es um das Raumvolumen in Klassenzimmern oder ähnlichen Räumen geht, die fast immer überfüllt sind, zählt jeder Kubikmeter Luft. Gute Lernbedingungen sind entscheidend, wenn Kinder effektiv lernen sollen, und sie brauchen Luft.

Es gibt immer Alternativen. Hier eine kostengünstige Doppeldecke aus Stoff, die optisch eine Decke suggeriert, aber warme Luft durchlässt. Für den Teil des Dachs der von außen sichtbar ist und oft den Eingang abdeckt, wird immer eine Abdeckung empfohlen, sofern das Budget es erlaubt. Eine vollständige Abdeckung ist in der Regel die wirksamste Lösung, aber am wichtigsten ist es, tatsächlich so abzudecken, dass sie vor Diebstahl oder dem Eintreten von Tieren schützt.

Was die Außenveranda betrifft, so ist es sehr üblich, diesen Raum sehr breit zu gestalten, was definitiv gut ist, da es sich um einen überdachten Eingangsbereich handelt, der als Erweiterung des Innenraums dient. Da dieser Raum jedoch sehr breit ist, sind zusätzliche Stützen erforderlich, was das Gesamtbudget des Projekts erhöht. Um Kosten zu sparen, kann ein bis zu 1,5 Meter weit reichender Dachüberstand ohne zusätzliche Stützen gebaut werden, der ausreichend Schutz vor Regen bietet und den Eingang schützt. Also eine schnelle Zusammenfassung. Das Weglassen der Decke verbessert zusätzlich Belüftung und Mikroklima. Fenster auf beiden Seiten ermöglichen Querlüftung und durch Dachöffnungen kann aufsteigende warme Luft abgeleitet werden. Und wenn die Gebäudefunktion es erlaubt, sind Dachöffnungen eine wertvolle Ergänzung.

Dachöffnungen

Sie können auf viele verschiedene Arten ausgefüllt werden, aber müssen immer technisch gut ausgefüllt sein, um bei starkem Regen dicht zu halten, wobei auch die Windrichtung zu berücksichtigen ist. In Räumen mit Computern oder anderen wertvollen Sachen, die durch Wasser beschädigt werden können, sollte man besonders vorsichtig sein oder solche Lösungen möglicherweise vermeiden. Die technische Lösung muss nicht so kompliziert sein, es in diesem Beispiel mit dem Zeltdach umgesetzt wurde, sondern kann auch einfacher gestaltet werden, wie hier gezeigt.

Alles wird innerhalb derselben Holzbindes realisiert, der auch den Rahmen für die Öffnung enthält. Die Öffnung befindet sich auf dem Dach, ist aber zur Seite hin offen, was besseren Schutz vor Regen bietet und sie ist zusätzlich durch Fensterläden geschützt. Hier eine noch einfache Lösung in Kombination mit einem Satteldach. Es ist fast wie ein zusätzliches Dach über dem bestehenden Dach. Diese Konstruktion kann recht einfach umgesetzt werden und erhöht die Baukosten nicht merklich. Wenn die Seiten gut geschützt sind und der Dachüberstand groß genug ist, ist es auch eine sehr sichere Lösung. Und wenn eine Standard-Dachöffnung zu kompliziert zu implementieren ist, bietet sich eine noch einfachere Lösung, eine große Öffnung am höchsten Punkt eines Pultdaches. Die Holzträger sind sehr einfach mit der Öffnung nur auf einer Seite des Raumes.

Ein wichtiger, oft übersehender Aspekt sind die Außenbereiche, die in Budget und Planung immer hinter den Gebäuden zurückstehen, da diese kostenintensiver sind. Bäume sind fast kostenlos, sie müssen nur so früh wie möglich gepflanzt werden. Natürlich sie brauchen Zeit zum Wachsen, aber sobald sie groß sind, verändern sie das Erscheinungsbild eines Bauprojekts erheblich, spenden Schatten und senken die Gesamttemperatur. Ein Beispielprojekt in Mosambik kombiniert Vegetation mit Baustrukturen. Mehrere kleine Gebäude sind durch ein grünes Blätterdach verbunden und bilden einen Kreis um einen grünen Hof. Hier sollten auch größere Bäume gepflanzt werden.

Aussenraum

Die Bauweise der Gebäude ist flexibel und einfach. Es spielt fast keine Rolle, wie sie aussehen, aber der Teil, der den Raum besonders macht, ist das Blätterdach, das alles überdeckt, verschiedene kleine Räume zwischen den Gebäuden und schützt vor der Sonne bietet. Das Projekt gewinnt durch einfache und preiswerte Elemente an zusätzlicher Qualität. Eine weitere Sache, die recht kostengünstig umgesetzt werden kann, aber den Nutzen große Freude bereitet, sind die Spielplätze, idealerweise auch mit etwas Schatten.

Wenn es um Bildungseinrichtungen geht, vergessen wir manchmal, wer die Zielgruppe ist und das Spielen einer der wichtigsten Teile des Lebens ist. Ein einfacher Schaukel kann zum zentralen Punkt eines ganzen Projekts werden. Hier sind einige weitere Beispiele aus verschiedenen Projekten der peruanischen Organisation Semillas, die viel Wert auf diesen Aspekt der Projekte legen.

Bildnachweise & Haftungsausschluss

Der Großteil des Foto-, Video- und Audiomaterials stammt aus dem eigenen Archiv des We-Building e.V.. Falls zusätzliches Material verwendet wird, ist dies in den jeweiligen Beschreibungen deutlich angegeben.
Besonderer Dank für die Erlaubnis, ihr Foto- und Videomaterial zu verwenden, geht an die folgenden Organisationen: Semillas, Zusammen für Ghana e.V., YOOW e.V., Eduspots und die Fakultät für Architektur Ljubljana.

Die Inhalte dieses Videos liegen ausschließlich in der Verantwortung von We-Building e.V. Sie geben nicht die Sichtweise von Engagement Global oder des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.